Die sportlich heiteren und politisch gescheiterten Olympischen Spiele München ’72 – Eine inspirierende Gesamtbeschau
Ein Geschichtsbuch und eine persönliche Würdigung gleichermaßen. Mit dem Weitwinkel blicken die HerausgeberInnen auf bekannte Zusammenhänge und Fakten. Der Wirkkreis Walther Trögers wird durch die verschiedenartigen Beiträge auf eindrucksvolle Weise aufgefächert. Wegbegleiterinnen und -begleiter zeichnen seine Persönlichkeit, seine Irrungen und Erfolge derart umfassend auf, dass die Sport-Epoche, die er geprägt hat, Gestalt annimmt. Der Band bietet einen vielschichtigen Einblick in die sporthistorische Debatte um das Thema Olympische Spiele und erweist sich dadurch inspirierend für aktuelle Diskussionen.
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Laufend vom Wort zum Buch
Ein Besuch auf der Leipziger Buchmesse führte zum Gemeinschaftsstand der Unabhängigen Verlage, wo mir ein Büchlein auffiel: „Laufen in München“, eine Sammlung der schönsten Laufstrecken im Stadtgebiet. Meine spontane Frage an den anwesenden Verleger, ob ich an dem Titel mitschreiben könnte, wenn er eine nächste Auflage plant, hat eine ganz besonders schöne Erfahrung und zwei Bücher hervorgebracht.
Zusammen mit meinem Mann Stefan Pohl, der die Streckenpläne selbst zeichnete, brachten wir jeweils zwei Auflagen „Laufen in München“ und „Laufen in Stuttgart“ in die Buchläden. Nach fast acht Jahren als Taxifahrerin während meines Studiums in München, kannte und kenne ich nahezu jede Ecke und jedes Weglein unserer Heimatstadt. So schrieb ich die Beschreibungen der Laufstrecken für München Stadt und Umland nahezu aus dem Gedächtnis. Die Fotos selbst zu machen, war ein besonderes Vergnügen, da so das besondere Ambiente jeder Laufstrecke zur Geltung kam.
In Stuttgart hat uns die Arbeit an dem Büchlein mit der Stadt und der Region auf eine Art und Weise vertraut gemacht, wie wir es als Neu-Stuttgarter sonst kaum so schnell erreicht hätten. Bei jedem Wetter wurde die Stadt und die Hügel drumherum, die Weinberge und die Wälder erlaufen, um so den bestmöglichen Eindruck zu bekommen. Unser neuer Verlag in Stuttgart, der auf regionale Themen spezialisiert ist, hat dem Titel durch ein liebevoll gestaltetes Layout den letzten Pfiff gegeben.
Das Verdienst des Stuttgarter Lauf-Vereins war es, alle Leistungsklassen zusammen dazu zu motivieren, immer wieder bei den Volksläufen in der Region aufzutreten. So zogen wir hochmotiviert in großer Gruppe mit schöner Regelmäßigkeit im Rahmen der Volkslauf-Mannschaftsmeisterschaft durchs Ländle. Besondere Erlebnisse waren zusätzlich die Deutschen Meisterschaften über 10 km auf der Straße, die der DLV gerne in Bad Liebenzell ausrichtet, weil die Strecke ideal für schnelle Zeiten ist. Mit dem so erreichten Ergebnis war ich auch immer zufrieden. Regelmäßig ging es auf der Heimfahrt von einem Bewerb im Gespräch mit den Mitstreitern über die Besonderheiten des Laufs und das eigene Empfinden. Tatsächlich erinnere ich mich an kein einziges Mal, dass ich einem Lauf nicht etwas Positives abgewinnen konnte.
Garniert wurden diese Erlebnisse durch Urlaubsaufenthalte im Süden von Frankreich. Dort kam ich erstmals mit Cross-Läufen in Kontakt – und die Lehre beim ersten Start war: Wo ‚Course Nature‘ draufsteht, ist genau das drin! Mit der Zeit habe ich diese Art des Off-Season-Trainings sehr zu schätzen gelernt und die Urlaubsorte wurden nach den verfügbaren Läufen ausgesucht: querfeldein, rauf auf den Aussichtsturm, durch den Strand oder über die steile Geröllpiste runter. So konnte die Form für das Alltagstraining schon zu Beginn des Jahres aufgebaut werden.
Schlaues Training macht Sieger
Während dieser lauf-intensiven Zeit, kam die individualisierte Trainingsgestaltung hinzu. Ich lernte am Beispiel der Laufbetreuer des Vereins, Trainingspläne zu lesen und auch zu schreiben. Das Studium von Zeitschriften und Büchern half mir zu erkennen, wie wichtig die angemessene Verteilung der Belastung für das geplante Ziel ist. In meinen 40ern bin ich zuweilen recht hohe Wochenumfänge gelaufen. Dazu gehörten lange Läufe, aber auch mittlere und kurze schnelle Läufe auf der Straße oder auf der Bahn, um das nötige Stehvermögen für die Wettbewerbe zu bekommen.
Mit viel Engagement habe ich mich an diversen Marathonvorbereitungskursen in Stuttgart beteiligt und dabei an der Organisation der Gruppen und deren saisonalen Trainingsaufbau. In den Wintermonaten, wenn mancher etwas träge wurde, habe ich mich um die Vermittlung der Vorteile von Krafttraining und Koordinationsgymnastik bemüht, in dem ich Trainer für Workshops eingeladen und Fach-Vorträge auch zu medizinischen Themen initiiert habe.
Ganz klar, dass eine verletzungsfreie Saison und gute Ergebnisse neben einem schlauen Training auch mit Ernährung zu tun haben. Vegetarier wurde ich schon während des Studiums in den 80ern, und zwar schlicht deshalb, weil mir mein Körper durch Schlappheit und Müdigkeit mitten am Tag signalisierte, dass ich ihm mit Fleisch keine Energie zuführe, sondern abziehe. Das habe ich bis heute so beibehalten und habe mich gerade in Zeiten intensiven Trainings immer voll belastbar gefühlt.